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Erstes interdisziplinäres Seminar von Osteopathen und Zahnärzten/Kieferorthopäden
Im Februar 2014 fand in Bad Alexandersbad an der Freien Akademie für Osteopathie die erste gemeinsame interdisziplinäre Fortbildung von Osteopathen und Zahnärzten/Kieferorthopäden statt.
Ziel dieses Kurses war es, den jeweils 20 Osteopathen und Zahnärzten die Vorteile einer interdisziplinären Zusammenarbeit aufzuzeigen, um Patienten die bestmögliche Therapie anbieten zu können.
Unter Leitung von Frau Dr. Dr. Alexandra Bodmann, Zahnärztin/Kieferorthopädin in Schongau und Norbert Neumann BSc.D.O., Bad Tölz, wurde den Teilnehmern sowohl theoretisches als auch praktisches Wissen vermittelt.
Zu Beginn umriss Frau Dr. Bodmann die Funktionen des Kiefergelenkes und dessen Evolutionsgeschichte. Diesen Prozess zeigte sie im Vergleich zu den Herbivoren und Carnivoren auf, um die besonderen Fähigkeiten des menschlichen stomatognathen Systems herauszustellen.

Sie fächerte neben den anatomischen Strukturen auch die Aufgaben des synovialen Gleitgelenkes als Schlüsselfaktoren zur Gesamtkörperhaltung auf. Daraufhin wurde von den Teilnehmern, also in Gemeinschaftsarbeit von Zahnarzt und Osteopath, theoretisch und praktisch erarbeitet, welche Strukturen bzw. Dysfunktionen des gesamten menschlichen Körpers Einfluss auf die Funktionen des Temporo-Mandibular-Gelenkes ausüben.
Im Anschluss daran eröffnete Herr Norbert Neumann den Teilnehmern dazu eine Vielzahl praktischer Übungen. Diese boten vielen der anwesenden Zahnärzte überhaupt die ersten osteopathischen Erfahrungen.
Aufgezeigt wurde auch die Bedeutung des Bruxismus, die das Kiefergelenk sowohl als Stressbreaker, wie auch als Stressor übernimmt. In beiden Fällen ist der Therapeut jeweils nur einer Fachrichtung (Zahnarzt oder Osteopath) nicht erfolgreich. Deshalb wird besonders viel Wert auf die Art und Weise der interdisziplinären Therapie und deren Ablauf gelegt. Das Gleiche gilt auch für die Therapie von Migräne-Patienten.
Sehr konkret wurde es bei der Erläuterung von Zusammenhängen und Wechselwirkungen einzelner Zähne mit den jeweils „zugehörigen“ Organen. Eine fundierte Betrachtung solcher Verbindungen ermöglichte die Bezugnahme auf komplementäre Fachbereiche, das heißt, auf die energetischen und symbolischen Eigenschaften einzelner Zähne. Hr. Neumann ergänzte anschaulich die intensive Beziehung der einzelnen Wirbelkörper zu den Zähnen, Organen und Erkrankungen, was den Zahnärzten und Kieferorthopäden bis dahin völlig unbekannt war.
Demgegenüber wurde aufgezeigt, dass eine kieferorthopädische Therapie, abnehmbar wie festsitzend, systemisch wirken kann und sich die Auswirkung auf Haltung und Entwicklung
bzw. Ausrichtung des gesamten Körpers interdisziplinär viel leichter steuern lässt.

Norbert Neumann erläuterte zudem osteopathische Aspekte der Kieferbehandlung, insbesondere bei der Tinnitus-Therapie, was bei den Teilnehmern auf großes Interesse stieß.
Darüber hinaus stellte er die Zusammenhänge der Kopf- und Halsfaszien in Bezug auf die Kiefer, ihre Gelenke und deren Funktionen dar. So bezog er sich auch auf die funktionellen Zusammenhänge von faszialen Strukturen des Schädels, des Halses und des Mediastinums.
Viele der osteopathischen Aspekte und Zusammenhänge waren den Zahnärzten und Kieferorthopäden bis dato unbekannt und wurden sehr interessiert aufgenommen.
Die praktischen Teile umfassten das Ertasten und Erfühlen von faszialen und ligamentären Strukturen, in Teamarbeit (jeweils Osteopath und Zahnarzt/KFO). Den Teilnehmern wurde dabei aufgezeigt, was osteopathische Behandlungen bewirken und in Folge daraus, wie sich
beide Therapeuten gegenseitig unterstützen und ergänzen können und sollten.
Zwischen Osteopathen und Zahnärzten/Kieferorthopäden erfolgte ein reger fachlicher Austausch. Von beiden Seiten war die Resonanz auf dieses erste interdisziplinäre Seminar durchweg positiv. Die nun geweckte Neugierde der Teilnehmer rief noch vor Ort eine
Diskussion darüber ins Leben, welche Folgeseminare dieser Art es noch geben sollte, um diese Art der interdisziplinäre Zusammenarbeit weiter zu vertiefen.
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